Teil 2 “Die Menschen hinter den Gesichtern der Praxis” Frau Schnare

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Rike Schnare

„Werder Bremen, lebenslang grün-weiß…“ 

Unsere Frau Schnare sang seit dem Grundschulalter an mindestens 18 Tagen im Jahr in einem der größten Chöre in Norddeutschland: Osttribühne, Weserstadion. Wind und Wetter trotzend, in guten und schlechten Zeiten (wer die Fußballbundesliga verfolgt, weiß, die schlechten Zeiten überwiegen in Bremen), zog es Frau Schnare jedes Heimspiel wieder an den Weserstrand –trotz dem sie es nie geschafft hat eine Dauerkarte zu bekommen .

Inzwischen braucht sie die aber auch nicht mehr, denn seitdem Töchterchen „Hettie“ am 01.12.14 zur Welt kam, hat Frau Schnare keine Zeit mehr ins Stadion zu fahren –oder ihre Prioritäten haben sich verschoben, das kann man ja halten, wie man will ;-)

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Es war auch immer ein ordentlicher Weg, den sie auf sich nehmen musste: Als unser nördlichstes Nordlicht wohnte sie von Oldenburg aus gesehen in genau gegensätzlicher Richtung (Brake). (inzwischen ist es Neuenbrok, Anm. d. R.)

rike1Wie es sich anscheinend für jemanden gehört, der so nah an der Küste wohnt, hat Frau Schnare eine enge Verbindung zu Wasser. Seit dem sechszehnten Lebensjahr schwimmt sie im Verein und letztes Jahr hat sie über 3 Monate beinahe täglich hart im Yachthafen in Elsfleth ihre Runden gedreht um für ein Freiwasserschwimmen in Münster gewappnet zu sein. Beeindruckend dachte ich noch so und auf meine Frage, wie viele Preise sich denn bei ihr Zuhause schon türmen, antwortet Frau Schnare ganz stolz: „Zwei Paar Socken habe ich mal gewonnen“.
Macht gar nichts! Denn ansonsten ist sie ein absolutes Allroundtalent! Frau Schnare ist nämlich nicht einfach nur Tiermedizinische Fachangestellte! Ursprünglich sollte sie Lehrerin für Englisch und Geschichte werden. Das Studium ist komplett abgeschlossen, aber sie hat sich dann doch dagegen entschieden. Vielleicht liegt es ja daran, dass Tiere besser zu bändigen sind als Kinder. In Wahrheit findet sie aber Medizin einfach hochinteressant und da sie Tiere auch noch super findet, ist der Job der TFA ja quasi perfekt.

Als wir Frau Schnare im Jahr 2008 kennenlernten, hatte sie schon ein Jahr der Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten in einer anderen Praxis „überstanden“. Etwas unterfordert war sie auf der Suche nach einer größeren Praxis mit mehr Behandlungsspektrum -also glücklicherweise nach uns!
…Womöglich gefällt es ihr ganz gut in unserem verrückten Haufen, denn seitdem ist sie geblieben. Weil wir Frau Schnare anscheinend nicht genug auslasten können, wollte sie noch mehr lernen: Die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin hat drei Jahre gedauert und viele viele Wochenenden und all ihren Urlaub in dieser Zeit gekostet.

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Zu ihrer Familie gehören drei Vierbeiner, die sie –etwas ungewöhnlich für den Beruf- tatsächlich nicht aus der Praxis mit nach Hause brachte, sondern bewusst (aus)gesucht hatte. Katzenoma „Momo“ hat sie bei den Eltern einer Freundin als „frisch geschlüpftes“ Kätzchen kennen gelernt. Diese hatten Momos hochschwangere Mama als Pflegestelle aufgenommen.

Wer sich als waschechter Braker bezeichnet, kennt Momo höchstwahrscheinlich sogar persönlich. Dort ist sie stadtbekannt, weil sie tagsüber gern in den Ladenfenstern der Geschäfte ihr Nickerchen gehalten hat. Diese Eigenart hat ihr sogar Presserummel eingebracht –zweimal wurde von ihr in der NWZ berichtet.

Kumpelkatze „Krümel“ und Hündin „Leni“ hat sie ganz klassisch aus dem Kleinanzeiger ausgesucht. Krümel hat sie aus erbärmlichen Verhältnissen geholt. Aus Dankbarkeit sorgt diese fleißig dafür, dass ihre Familie nicht hungern muss – täglicher Mauselieferservice frei Haus.
Leni kam aus Wardenburg von einem Bauernhof. Sie ist super sensibel und deshalb meint man schnell, dass dieser schüchterne und zurückhaltende Hund kein Wässerchen trüben kann…und schwupps sind schon die Frikadellen aus der heißen Pfanne geklaut.

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Für die Zukunft wünscht sich Frau Schnare „Zufriedenheit und Gesundheit“ für ihre Liebsten und sich. Ich kenne nur wenige Menschen, die so ausgeglichen und in sich ruhend wie Frau Schnare sind. Man sagt ja, dass jeder Mensch selbst die Ansprüche für seine Zufriedenheit bestimmt. Da können wir anderen Menschen noch einiges von Frau Schnare lernen.
Mit der Gesundheit hat sie bisher leider nicht immer Glück gehabt. Es scheint ein bisschen so, als stünde sie immer in der ersten Reihe sobald es Gebrechen zu verteilen gibt. Wir legen ihr ans Herz sich gefälligst hinten anzustellen und dabei erstmal den schlechten Menschen den Vortritt zu lassen. Denn gute Menschen –wie unsere Frau Schnare- verdienen auch nur Gutes!

Text: Jessica Pfützenreuter

 

Kleiner Steckbrief:

Name: Rike Schnare
Geburtsdatum: 23.10.

Eigene Tiere:

  • Momo, Hauskatze, 10 Jahre
  • Krümel, Hauskatze, 9 Jahre
  • Leni, Berner Sennenhund-Mischling, 6 Jahre

Hobbys:

  • Schwimmen
  • Fußball (passiv)
  • Der eigene Garten

Lieblingsfilme:

  • Keine Favoriten

Lieblingsmusik:

  • Keine Favoriten

Das mag ich nicht:

  • Das Gelbe vom Ei